Asche.

Wie Schäfchen steigen Wolken zum Himmel auf. An blauen Bändern tragen sie kleine Fleischstücke mit sich; Fetzen Deines traurigen Gesichtes. Versonnen sehe ich ihnen nach. Ein Abschied ist zauberhaft, wenn er ein Anfang ist.

Wo Du warst herrscht Ödnis; mageres Land, von der Sonne verbrannt, in dem selbst die Spießböcke lechzen. Ich schrubbe mein Herz mit Milch und Salz und nähre es mit Eisen. Zaghaft streckt es seine Fühler aus in die Weite und zuckt erschrocken zurück.

Mein Geist ist ein begieriger, doch störrischer Schüler. Immer wieder schaut er aus dem Fenster und versenkt sich im Anblick der Birkenkronen. Mit einem peitschenden Knall landet die Rute auf seinem Pult. Hier vorne, zischt es, wach auf. Betroffen senkt er den Blick.

Wie aus dichtem, dornigem Gestrüpp reißt man mich los. Teile bleiben zurück. Ich winke ihnen zum Abschied: Auf Wiedersehen, Milz, auf Wiedersehen, Ohr. Es blutet ein wenig, dort wo das Ohr war. Die Milz brauchst Du nicht, sagen sie.

Ich habe den Spiegel vor mir zerschlagen. Mit einem wilden Schrei. Und nun schaue ich in seine Scherben und sehe mich immer noch darin. Entsetzt starre ich in all diese Gesichter. Sie starren zurück, jedes aus einer anderen Richtung, starren sie mich an und warten. Sie warten, daß ich sie erkenne.

Musik, die aus dem Himmel schallt – traurige Töne, reißende Klänge und dazwischen: Freude. Fang an zu tanzen, rufen die Wolken, die Dein Gesicht getragen haben. Fang an zu tanzen, wie Gott Dich zu tanzen gelehrt hat.

Und lachend beginne ich zu tanzen. Ich tanze und auf mich herab fallen die Obsessionen meines Lebens in einem Regen aus Asche. Sie hüllen meinen nackten Körper in graue Ascheschichten ein. Und ich liebe sie.

Meine Liebe ist bodenlos.