Sterbende Käfer.

Auf dem Leder der Autositze
sammeln sich Regentropfen,
traurig,
wie sterbende Käfer.

Und mit brennenden Augen
schaue ich hilflos
auf die Eintönigkeit meiner Worte.

Wo Du warst, glüht die Erde,
zerfällt zu Asche und
kein Wort
findet Wasser und Brot.

Verloren ist mein Geist
in den Tiefen Deines Meeres,
glücklos versunken
zwischen Fischen und Tang.

Und an meiner Brust,
trage ich Engel für Dich
und betrachte sie täglich
mit Liebe.

Eines Tages,
wenn meine Haut sie verschlingt,
will ich mein Schicksal beschließen
und im Wald
um Dich weinen.

Was vom Tage übrig bleibt.

Was vom Tage übrig bleibt
sind Pelzlippen und trübe Tassen
schale Augen, der Dunkelheit entgegen
bereit zu töten und zu sterben
nur einen Moment geschlossen
und doch am Leben.

Was vom Tage übrig bleibt
sind lange Straßen im Regen
und graue Augen am Himmel
ohne Sinn und Verstand aufgerichtet
um den Gott zu richten
der sie schuf.

Was vom Tage übrig bleibt
sind leere Räume in vollen Köpfen
und trockene Augen, ausgehungert
nach Tränen die verfallen sind
im Glauben an ein besseres Leben.

Und was vom Tage übrig bleibt
sind vier weiße Wände
die mich fragen, wo bist Du gewesen
hast Du vergessen, daß der Himmel
Deinen Namen nicht kennt?

So starre Augen,
trocken und leer.

Schneeschwalben.

Wenn der Himmel sich bricht
über Erde und Meer
ist die Welt nur ein Bogen
um mein Herz, das sich schwer
betrübt und betrogen
dem Leben ergibt
das es nährt, das es liebt.

Wie ein Vogel am Himmel
sich ziert und gebiert
und verunglückt im Flug
durch den Wind, der verirrt
in der Welt sich verliert
weil ein Auto am Wege
ganz ohne Gefühl
auf die Welt schaut und stirbt,

so betrachte ich müßig
dein schönes Gesicht
ohne Glaube an Nachsicht
ohne Glaube an Dich
ohne Angst oder Schrecken
nur verzweifelt erpicht
auf ein Wort und ein Lächeln
in deinem schönen Gesicht.

Es ist Sommer, es schneit
und die Welt ist beglückt
kann nicht fassen, daß sie
soviel Weisheit berückt
und sie strahlt aus den Fugen
im Horizont
mit der Liebe, die einst
mal ein Gott erfand.

Ich begreife so langsam
um was es ihm ging
diesem Gott, der mich schuf
und den Fehler beging
mich zu lehren, wie ich
den Teufel erschlage
denn am Ende blieb nichts
als des Erzengels Klage,
der sich mühsam das Fechten
lehrte.

Ich versinke in Armut
um mich herum
singe Lieder, die einmal
ein Arbeiter sung,
der viel trank und das Leben
verfluchte.
und ich suche den Himmel
nach Schneeschwalben ab
und versinke, versinke
versinke.

Und am Ende, am Ende
da segne ich dich
ich streichle verzückt
dein schönes Gesicht.
Und im Rausch meiner Armut
beglücke ich Dich
und verspreche, verspreche
ich liebe Dich nicht.

Schneekugeln.

Das Licht stürzt vom Himmel,
wie verstoßene Engel.

Ich sehe ein schwarzes Loch.

Sein Maler sitzt vor mir,
raucht Pfeife und lacht.
Er lebt die Freiheit,
nach der wir trachten.
Ich würd sie Dir schenken,
doch fand ich nur
das Träumen des Schnees.

Schneekugeln halten
die Welt nicht gefangen.
Sie lächeln verschroben
und schmachten.
Drum wär ich für Dich
bis zur Küste gegangen,
auf jeden Fingerhut
achtend.

Trotz des Lichts, das herabstürzt,
wie verstoßene Engel,
um wie Dämonen
die Haut zu versengen.

Die knistert frivol an den Schultern.

Und der Maler ist fern,
so fern wie sein Lachen
und fern
ist sein gieriges schwarzes Loch.
Ich würde es gern einmal
mit Dir betrachten,
doch

ich fürchte es hat Dich gefressen.

my big man

Die Traurigkeit meiner Liebe.

Die Traurigkeit meiner Liebe ist
so rein wie der Blütenstaub der Rosen
zum Verderben bestimmt
in ihrer Wildheit ausgesetzt
unter unschuldigen Tränen

Die Traurigkeit meiner Liebe ist
so jung wie das Lächeln der Sonne
jeden Tag auf’s Neue entfacht
und immer erschüttert vor Schrecken
über das eigene Erwachen
die Züge bitterer Reife
im Spiegel  versteckt

Die Traurigkeit meiner Liebe ist
so traurig wie der Regen am Abend
So sanft und geschmeidig
ahnungsvoll und augenzwinkernd
mit belegter Zunge die Lippen leckend
wohl wissend:
Ich werde ein Sturm heute Nacht

Und die Traurigkeit meiner Liebe ist
so süß wie rosa Wein
so verheißungsvoll
für Deine Lippen bestimmt
sie zu vergiften
und Dein Herz zu ertränken
doch noch träumend und schmachtend
zu Essig verkommen
vor Ekel erbrochen und ausgespuckt
und mit ein paar Tränen
das Klo runtergespült

Mein Schatz.

Ich habe das Meer berührt.

An einem Strand,
hinter einer trüben Promenade
und ein paar Schafen,
nur einzelnen Rentnern mit Hunden,
saß ich und habe das Meer berührt.

Und wie ich da saß
und mein Bauch schmerzte,
vor soviel Tristesse,
grub ich nach einem Schatz.

Ich fand ihn,
keine zwei Handbreit  tief
im Sand.

Ein Stein,
blank geleckt vom Meer.

Ein Diamant,
wenn man ihn putzt.

Ich putzte und dachte:
„da sitze ich hier,
wo ich nicht hingehöre.“

Doch das Meer ist schön,
wo immer es sich zeigt
und ich habe einen Schatz gefunden,
nur eine Handbreit tief
vergraben.

Und überall im Sand
stand Dein Name,
mit dem Finger geschrieben.

Der Strand hat ihn sich gemerkt.

Und um meinen Schatz gewickelt,
warf ich ihn ins Meer,
damit es ihn mitnimmt
in die Unendlichkeit.

Doch Dein Name kam zu mir zurück.

Und so sah ich teilnahmslos zu,
wie die Gischt mit ihm spielte.

Grüne Sterne.

Ich habe von grünen Sternen geträumt,
und nun fallen sie vom Himmel wie Regen.
Und hinterlassen doch die blauen Spuren
unentrinnbarer Trauer
im Schnee meines Herzens.

Ich habe die Welt gefragt,
warum sie mich nicht entläßt
aus ihren Klauen – voll dieser Trauer.
Und sie antwortete,
weil Du mußt, was Du kannst.

Und ich habe den Himmel gebeten zu brennen.
Doch er schimmerte unberührt
Zu jeder Zeit.
Ich habe gefleht,
ohne ein Wort,
und mich erstaunt,
daß die Welt nicht erbebt.

Doch das Flimmern vor meinen Augen
versprach mir Gnade und Seligkeit,
bevor es davon sprang.
Auf Katzenpfoten.

Und plötzlich
war die Welt eine Kugel
und drehte sich.

Ich habe geträumt
und die Augen geöffnet.
Von einem Sommer geträumt,
der nie kam.
Ich dachte, es sei kein Baum erblüht.
Bis ich merkte,
daß die Bäume im Winter blühen.

Und als ich heute eine Wespe totschlug,
begriff ich,
daß es Wunder gibt.