Nichts bleibt.

Nichts bleibt zu tun
für mich.
Ich bleibe allein
zurück.
Ich schaue umher,
doch ich
finde doch nichts.

Ich schaue umher
und blicke
in mein Gesicht
und schrecke
vor mir zurück
und denke
nicht mehr an dich.

Ich denk nicht an dich
und doch
schreib ich ein Gedicht,
ein Wort,
so leer wie mein Blick,
für dich
und nichts bleibt zurück.

Nichts bleibt zurück
für mich.
Ich bleibe allein
und ich
schaue umher,
doch nichts,
nichts findet sich.

Wüste Ödnis.

Graue Schluchten reißen uns
in Täler, trist und traumverhangen
und im trüben Morgendunst
hängt die Zeit, wie Licht gefangen
irisierend in der Luft.

Hilflos starren wir sie nieder,
starren stummen Fischen gleich
mit geschloss’nen Augenlidern
in ein dumpfes Totenreich,
atmen schwer den Totenduft.

Schwarze Löcher hinterlassen
uns’re Herzen öd und wüst
und kein Mensch kann je erfassen
welche Ödnis uns begrüßt,
sonntagfrüh am Galgenbaum.

Deine Augen flackern wütig,
doch Dein Antlitz ist bedrückt.
Leben lastet unermüdlich
auf dem, den es niederdrückt.
„Sonntagfrüh“ ist nur ein Traum.

Du und ich, wir schweigen lieber
lebenslang in uns’rem Grab.
Hoffnungsstaub fällt auf uns nieder
bis er uns begraben hat.
Und das Spiel beginnt von vorn.

Doch die Jahre gleiten weiter,
gleiten hin durch Zeit und Raum.
Gestern noch, da war’n wir heiter.
Heute sterben wir vor Gram.
Morgen werden wir gebor’n.

Was vom Tage übrig bleibt.

Was vom Tage übrig bleibt
sind Pelzlippen und trübe Tassen
schale Augen, der Dunkelheit entgegen
bereit zu töten und zu sterben
nur einen Moment geschlossen
und doch am Leben.

Was vom Tage übrig bleibt
sind lange Straßen im Regen
und graue Augen am Himmel
ohne Sinn und Verstand aufgerichtet
um den Gott zu richten
der sie schuf.

Was vom Tage übrig bleibt
sind leere Räume in vollen Köpfen
und trockene Augen, ausgehungert
nach Tränen die verfallen sind
im Glauben an ein besseres Leben.

Und was vom Tage übrig bleibt
sind vier weiße Wände
die mich fragen, wo bist Du gewesen
hast Du vergessen, daß der Himmel
Deinen Namen nicht kennt?

So starre Augen,
trocken und leer.

Grüne Sterne.

Ich habe von grünen Sternen geträumt,
und nun fallen sie vom Himmel wie Regen.
Und hinterlassen doch die blauen Spuren
unentrinnbarer Trauer
im Schnee meines Herzens.

Ich habe die Welt gefragt,
warum sie mich nicht entläßt
aus ihren Klauen – voll dieser Trauer.
Und sie antwortete,
weil Du mußt, was Du kannst.

Und ich habe den Himmel gebeten zu brennen.
Doch er schimmerte unberührt
Zu jeder Zeit.
Ich habe gefleht,
ohne ein Wort,
und mich erstaunt,
daß die Welt nicht erbebt.

Doch das Flimmern vor meinen Augen
versprach mir Gnade und Seligkeit,
bevor es davon sprang.
Auf Katzenpfoten.

Und plötzlich
war die Welt eine Kugel
und drehte sich.

Ich habe geträumt
und die Augen geöffnet.
Von einem Sommer geträumt,
der nie kam.
Ich dachte, es sei kein Baum erblüht.
Bis ich merkte,
daß die Bäume im Winter blühen.

Und als ich heute eine Wespe totschlug,
begriff ich,
daß es Wunder gibt.