Das Ende des Regenbogens.

Das Ende des Regenbogens ist eine Stufe, die rotgolden glitzert. Ich stolpere sie hinunter und falle auf mein Gesicht. Weil ich mich weigerte meine Hände zu benutzen, denn ich dachte, ich könnte noch fliegen. Doch meine Flügel sind abgeschnitten. Meine Flügel sind abgeschnitten.

Am Himmel formieren sich Vögel amöbenartig immer wieder neu. Etwas in mir sagt, ich könne es schön finden, auch ohne mein Herz. Doch an meinen Schultern zucken die verstümmelten Muskeln.

Das Blut in meinen Augen verschleiert den Blick. Ich renne vorwärts. Es fühlt sich an wie fliegen, wenn ich nur schnell genug renne. Und in meinem Nacken wispert der Regen. Er spricht von Angst und Versagen. Jeder Tropfen tut weh.

Aber heute stelle ich mich unter den strömenden Regen. Ich sehe ihm fest ins Gesicht. „Ja, Du tust weh!“ brülle ich ihn an. „Tu mir weh! Zerschlage meine Augen mit Deinen Fäusten, zerschlage meinen Mund.“ Und er schlägt auf mich ein. Bis das Blut von meiner Haut geflossen ist.

Das Ende des Regenbogens ist eine hohe, grausame Stufe. Und unter ihr liegen Erde, Steine und Staub. Unter ihr liegt das Leben, das nicht glitzert, sondern brodelt wie verschmorendes Fleisch.

Was vom Tage übrig bleibt.

Was vom Tage übrig bleibt
sind Pelzlippen und trübe Tassen
schale Augen, der Dunkelheit entgegen
bereit zu töten und zu sterben
nur einen Moment geschlossen
und doch am Leben.

Was vom Tage übrig bleibt
sind lange Straßen im Regen
und graue Augen am Himmel
ohne Sinn und Verstand aufgerichtet
um den Gott zu richten
der sie schuf.

Was vom Tage übrig bleibt
sind leere Räume in vollen Köpfen
und trockene Augen, ausgehungert
nach Tränen die verfallen sind
im Glauben an ein besseres Leben.

Und was vom Tage übrig bleibt
sind vier weiße Wände
die mich fragen, wo bist Du gewesen
hast Du vergessen, daß der Himmel
Deinen Namen nicht kennt?

So starre Augen,
trocken und leer.