Mein heillos gebrochenes Herz.

Du
bist nicht tot, bist nur stumm
gegangen ohne ein Wort

Du,
ein zerrissenes Bündnis
ein plötzlich verschollener Ort

Du
warst die Burg, die ich liebte
die Heimat, die mich in sich barg

Du
warst der Held meiner Träume,
der vor meiner Liebe erschrak

Du
warst das Licht, das mich rettet
Dein Lächeln machte mich heil

Du,
verfolgt von den Schatten
der Angst, die uns schließlich entzweihte

Du
warst die ganz große Liebe
Du warst Wahrhaftigkeit

Du,
liebster Stein meines Anstoß
mein Glück und süßes Leid

Du
bist nicht tot, Du bist ewig
mein heillos gebrochenes Herz

Ich
verharre in leerer
Unendlichkeit, stark und versehrt

my lost big man

Zwei Äpfel im Gras.

Gott schickte uns wie Engel
der Zeit entrückt ins All
und ratlos sahen wir
dem Leben ins Gesicht

Gott ließ uns gleich zwei Äpfeln
beisammen fall’n ins Gras
erschrocken blickten wir
einander ins Gesicht

und schweigend lagen wir
und hilflos in der Erde
und witterten die Zeit
die uns erbittert wehrt

und ich erkenne endlich,
daß alles, was mal werde
nicht Du bist und nicht ich
und ewig uns entbehrt

Stumm sahen wir ins Leben
und quälten unsere Herzen,
die wir gebrochen hatten
und fühlten uns betrogen

Doch jenseits aller Wünsche,
durchfloß uns wahre Demut,
und in Dir ist mein Herz
zum Himmel längst erhoben

Die Liebe in Gedanken.

Sie ist so schmal wie ein Lesebändchen
und liegt zwischen unseren Büchern versteckt.
Sie ist nur ein Kieselstein in unsren Händen
und von unsren Händen gut zugedeckt.
Sie ist so winzig und still wie der Staub,
damit niemand sie zwischen uns beiden entdeckt.

Sie ist nur ein Windhauch auf meiner Haut
und entzündet ein Feuer in meinem Schoß.
Sie ist nur ein Räuspern zur Geisterstunde
und tritt einen Sturm vor dem Fenster los.
Sie ist die Luft, die mich leben läßt,
wenn der Mond in der Nacht meine Träume liebkost.

Sie ist mein Begleiter in jeder Sekunde.
Sie ist das Lächeln in meinem Gesicht.
Sie quält mich in mancher verzweifelten Stunde,
denn immer ist sie nur ein Gedicht,
nur ein Wort, ein Gedanke, ein zaghaftes Sehnen –
die Haut Deiner Wangen berühre ich nicht.

Doch Du bist mein Sternensoldat, meine Sonne!
Du bist das Leben in einer leblosen Welt.
Du bist die Fülle in endloser Leere,
die unsre Seelen gefangenhält.
Du bist der Geist, der sich all unsren Tagen
schwerelos träumend entgegenstellt.

Und ich bleibe glücklich ein letzter Gedanke,
ein kleines Stück Erde, schon lang nicht in Sicht,
ein schattiger Abgrund, ein kaltes Gebirge,
denn schattig und kalt bin ich ohne Dich.
Gib mir nur ein winziges Stück Deiner Liebe,

und in Dir werde ich zu Licht.

Wüste Ödnis.

Graue Schluchten reißen uns
in Täler, trist und traumverhangen
und im trüben Morgendunst
hängt die Zeit, wie Licht gefangen
irisierend in der Luft.

Hilflos starren wir sie nieder,
starren stummen Fischen gleich
mit geschloss’nen Augenlidern
in ein dumpfes Totenreich,
atmen schwer den Totenduft.

Schwarze Löcher hinterlassen
uns’re Herzen öd und wüst
und kein Mensch kann je erfassen
welche Ödnis uns begrüßt,
sonntagfrüh am Galgenbaum.

Deine Augen flackern wütig,
doch Dein Antlitz ist bedrückt.
Leben lastet unermüdlich
auf dem, den es niederdrückt.
„Sonntagfrüh“ ist nur ein Traum.

Du und ich, wir schweigen lieber
lebenslang in uns’rem Grab.
Hoffnungsstaub fällt auf uns nieder
bis er uns begraben hat.
Und das Spiel beginnt von vorn.

Doch die Jahre gleiten weiter,
gleiten hin durch Zeit und Raum.
Gestern noch, da war’n wir heiter.
Heute sterben wir vor Gram.
Morgen werden wir gebor’n.

Schneeschwalben.

Wenn der Himmel sich bricht
über Erde und Meer
ist die Welt nur ein Bogen
um mein Herz, das sich schwer
betrübt und betrogen
dem Leben ergibt
das es nährt, das es liebt.

Wie ein Vogel am Himmel
sich ziert und gebiert
und verunglückt im Flug
durch den Wind, der verirrt
in der Welt sich verliert
weil ein Auto am Wege
ganz ohne Gefühl
auf die Welt schaut und stirbt,

so betrachte ich müßig
dein schönes Gesicht
ohne Glaube an Nachsicht
ohne Glaube an Dich
ohne Angst oder Schrecken
nur verzweifelt erpicht
auf ein Wort und ein Lächeln
in deinem schönen Gesicht.

Es ist Sommer, es schneit
und die Welt ist beglückt
kann nicht fassen, daß sie
soviel Weisheit berückt
und sie strahlt aus den Fugen
im Horizont
mit der Liebe, die einst
mal ein Gott erfand.

Ich begreife so langsam
um was es ihm ging
diesem Gott, der mich schuf
und den Fehler beging
mich zu lehren, wie ich
den Teufel erschlage
denn am Ende blieb nichts
als des Erzengels Klage,
der sich mühsam das Fechten
lehrte.

Ich versinke in Armut
um mich herum
singe Lieder, die einmal
ein Arbeiter sung,
der viel trank und das Leben
verfluchte.
und ich suche den Himmel
nach Schneeschwalben ab
und versinke, versinke
versinke.

Und am Ende, am Ende
da segne ich dich
ich streichle verzückt
dein schönes Gesicht.
Und im Rausch meiner Armut
beglücke ich Dich
und verspreche, verspreche
ich liebe Dich nicht.

Schneekugeln.

Das Licht stürzt vom Himmel,
wie verstoßene Engel.

Ich sehe ein schwarzes Loch.

Sein Maler sitzt vor mir,
raucht Pfeife und lacht.
Er lebt die Freiheit,
nach der wir trachten.
Ich würd sie Dir schenken,
doch fand ich nur
das Träumen des Schnees.

Schneekugeln halten
die Welt nicht gefangen.
Sie lächeln verschroben
und schmachten.
Drum wär ich für Dich
bis zur Küste gegangen,
auf jeden Fingerhut
achtend.

Trotz des Lichts, das herabstürzt,
wie verstoßene Engel,
um wie Dämonen
die Haut zu versengen.

Die knistert frivol an den Schultern.

Und der Maler ist fern,
so fern wie sein Lachen
und fern
ist sein gieriges schwarzes Loch.
Ich würde es gern einmal
mit Dir betrachten,
doch

ich fürchte es hat Dich gefressen.

my big man